Wenn Begegnung weiterwirkt

Schüler*innen gestalten ein eigenes Erinnerungsprojekt

Als die Zeitzeugin Eva Weyl die Elsa-Brändström-Realschule in Essen am 17. April 2026 besuchte, war die Sporthalle bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Schüler*innen erlebten an diesem Tag zum ersten Mal unmittelbar, was es bedeutet, einer Überlebenden des Holocaust zuzuhören.

Die Begegnung hat sichtbar Eindruck hinterlassen und noch lange nachgewirkt. Als langjährige Kooperationsschule von ZWEITZEUGEN e.V. durften auch wir diesen besonderen Besuch begleiten und Teil dieser Begegnung sein.

Für eine Gruppe von etwa 20 Schüler*innen war schnell klar, dass dieser Besuch nicht mit dem Vortrag enden sollte. Aus der intensiven Auseinandersetzung heraus entstand der Wunsch, sich weiter mit den Erzählungen und Erfahrungen von Eva Weyl zu beschäftigen und eigene Formen zu finden, um das Gehörte zu verarbeiten und weiterzugeben.

So entwickelte sich ein gemeinsames Handlungsprojekt: Die Jugendlichen sammelten persönliche Gedanken, Eindrücke und Botschaften, die sie aus der Begegnung mitgenommen hatten. Diese wurden anschließend zu einem kurzen Film verarbeitet, der verschiedene Perspektiven der Schüler*innen zusammenführt.
Der Film verbindet Ausschnitte aus dem Besuch von Eva Weyl mit den Stimmen der Jugendlichen. Er greift zentrale Aussagen auf, arbeitet mit Zitaten und zeigt, wie die Schüler*innen die Erzählungen für sich einordnen und welche Verantwortung sie daraus für sich ableiten.

Dass dieser Prozess nicht nur dokumentiert, sondern wirklich persönlich geprägt ist, zeigt sich in jedem einzelnen Beitrag der Jugendlichen. Der Film wirkt dadurch nah, unmittelbar und authentisch und macht deutlich, wie intensiv sie sich mit der Begegnung auseinandergesetzt haben.

Das Ergebnis wurde nicht nur innerhalb der Schule geteilt, sondern hat auch außerhalb große Resonanz erfahren: Eva Weyl rührte der Film zu Tränen. Tief beeindruckt, veröffentlichte sie den Film auf ihrer eigenen Website.

Diese Form der Auseinandersetzung zeigt, wie stark Begegnungen wirken können, wenn man ihnen Raum gibt und sie weiterführt – nicht als Abschluss eines Moments, sondern als Anfang eines eigenen Weges.

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