Erinnerung sichtbar machen
Ein Workshop wird zur Ausstellung
Der ZWEITZEUGEN e.V. arbeitete im Rahmen einer dreitägigen AG mit den Schüler*innen am Stoppenberg. Drei Tage lang ging es nicht nur um Fakten, sondern um (Über)Lebensgeschichten. Um Siegmund Pluznik, um Rolf Abrahamsohn, um Henny Brenner, und um Erfahrungen, die nachwirken. Die Schüler*innen setzten sich intensiv mit zentralen Fragen rund um Antisemitismus damals und heute auseinander, diskutierten und dachten weiter.
Und dann wurde es praktisch.
Am vierten Tag lag alles in ihren Händen. Begleitet von ihren Lehrkräften entwickelten sie ihre Projekte eigenständig weiter, unterstützten sich gegenseitig, trafen Entscheidungen und übernahmen Verantwortung. Es entstanden Plakate, die Geschichte greifbar machen, Zusammenhänge erklären und Begriffe einordnen. Gleichzeitig arbeiteten einige Schüler*innen an einem Video, das Rolfs Geschichte auf ihre eigene Weise erzählt.
Den Ergebnissen sieht man an, wie viel Einsatz und Gedankenarbeit in ihnen steckt.
Am fünften Tag wurde aus der intensiven Arbeitsphase eine Ausstellung. Mitten in der Schule, sichtbar für andere und greifbar für Mitschüler*innen. Dabei blieb es nicht bei einer internen Präsentation, denn die ZWEITZEUGEN-Projektgruppe war Teil einer größeren Projektwoche an ihrer Schule. Parallel hatten andere Schüler*innen in unterschiedlichen Workshops gearbeitet, sodass ein vielfältiger Austausch entstand. Am Ende präsentierten sich alle Gruppen gegenseitig ihre Ergebnisse.
Besonders beeindruckend waren die Energie und die Motivation der Schüler*innen. In ihren Arbeiten wird sichtbar, mit welchem Engagement sie sich mit den Geschichten auseinandergesetzt, sie hinterfragt und in eigenen Formaten zugänglich gemacht haben.
So wurde aus einem Workshop mehr als nur ein Projekt. Es entstand ein lebendiger Beitrag zur Erinnerungskultur, gestaltet von jungen Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Und genau darum geht es: Geschichten nicht nur zu hören, sondern sie weiterzutragen.