Geschichte weitergeben

Eine AG macht Schüler*innen zu Erinnerungsvermittler*innen

Was bedeutet es eigentlich, Zweitzeug*in zu sein? Mit dieser Frage beschäftigten sich 27 Schüler*innen der sechsten Jahrgangsstufe des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Dortmund im Rahmen einer dreitägigen ZWEITZEUGEN-AG im Juli 2026. Dabei lernten sie nicht nur unsere Arbeit kennen, sondern setzten sich intensiv mit den Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden auseinander und wurden selbst aktiv.

Zu Beginn der AG beschäftigten sich die Kinder mit grundlegenden Fragen: Was bedeutet Antisemitismus? Was geschah während der Zeit des Nationalsozialismus? Und warum ist es wichtig, die Geschichten von Zeitzeug*innen weiterzutragen? Anhand der Lebensgeschichte von Rolf Abrahamsohn erhielten sie einen ersten Einblick darin, wie Erinnerungen weitergetragen werden können.

Anschließend arbeiteten die Schüler*innen in Kleingruppen weiter. Mithilfe unserer Podcast-Folgen setzten sie sich intensiv mit den Lebensgeschichten von Erna de Vries, Chava Wolf, Wolfgang Lauinger, Leon Weintraub und Margot Friedländer auseinander. Sie hörten zu, tauschten sich aus und arbeiteten die Lebensgeschichten gemeinsam auf. Anschließend entwickelten sie eigene Präsentationen, mit denen sie diese für andere verständlich und anschaulich aufbereiteten.

Den Abschluss der AG bildete eine Präsentation vor der Klasse sowie interessierten Eltern. Dabei teilten die Jugendlichen nicht nur ihr neu erworbenes Wissen, sondern machten die Lebensgeschichten der Holocaust-Überlebenden auch für andere erfahrbar.

Doch genau hier endet das Projekt nicht. Die entstandenen Präsentationen sollen auch im kommenden Schuljahr erneut eingesetzt werden. Dann werden die heutigen Sechstklässler*innen ihre Ergebnisse den Schüler*innen der Jahrgangsstufe 10 vorstellen und sie damit auf deren Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz vorbereiten.

Gerade darin zeigt sich die besondere Stärke dieses Projekts. Die Schüler*innen lernen Geschichte nicht nur kennen, sondern bereiten sie so auf, dass auch andere daraus lernen können. So werden sie selbst zu Erinnerungsvermittler*innen und machen deutlich, dass Erinnerungskultur davon lebt, Geschichten miteinander zu teilen und weiterzugeben.

Dieses Projekt entstand im Rahmen der Förderung durch Dr. Ausbüttel.

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