Vom Workshop zur Graphic Novel
Schüler*innen machen Erinnerungskultur sichtbar
Ausgangspunkt war ein ZWEITZEUGEN-Workshop zur Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Hermine Liska. Die Auseinandersetzung mit ihrer Lebensgeschichte ließ die Schüler*innen jedoch nicht los. Aus dem Workshop entstand der Wunsch, selbst aktiv zu werden und Hermines Geschichte auf eine ganz besondere Weise weiterzuerzählen: als Graphic Novel.
Über einen längeren Zeitraum beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv mit Hermines Lebensgeschichte. Sie recherchierten, entwickelten Figuren und Bildideen, entwarfen erste Skizzen und Panels und überlegten gemeinsam, wie sich historische Ereignisse und persönliche Erfahrungen zeichnerisch erzählen lassen. Aus ihren Ideen entstand Schritt für Schritt eine Graphic Novel, die zeigt, wie junge Menschen Erinnerungskultur aktiv mitgestalten können.
Nach einer längeren Projektzeit konnte das Vorhaben schließlich abgeschlossen werden. Unter dem Titel ›Zwischen Sternenhimmel und Bombenangriff – Gezeichnete Episoden aus dem Leben der Hermine Liska‹ präsentierten die Schüler*innen ihre Arbeit am 3. Juli 2026 im Rahmen einer Vernissage am Berufskolleg Senne.
Dabei stand bewusst nicht nur das fertige Werk im Mittelpunkt. Die Ausstellung machte den gesamten Entstehungsprozess sichtbar und lud die Besucher*innen dazu ein, den Weg der Graphic Novel nachzuvollziehen: von der ersten Idee über die Recherche zur Lebensgeschichte von Hermine Liska und den ersten Skizzen bis hin zu den fertigen Seiten. So wurde deutlich, wie viel Zeit, Kreativität und persönliche Auseinandersetzung in dem Projekt stecken.
Die Lehrkräfte beschrieben ihre Idee hinter der Ausstellung so: »Uns ist wichtig, dass der kreative Prozess der Schülerinnen und Schüler wirklich sichtbar wird.« Genau das machte die Vernissage eindrucksvoll erlebbar. Geschichte wurde hier nicht nur weitererzählt, sondern von den Jugendlichen selbst gezeichnet, interpretiert und in eine eigene Bildsprache übersetzt.
Gerade darin liegt die besondere Stärke dieses Projekts. Es zeigt eindrucksvoll, dass historisches Lernen nicht mit einem Workshop endet. Aus einer ersten Begegnung mit Hermines Lebensgeschichte entstand ein langfristiger kreativer Prozess, in dem die Jugendlichen Geschichte nicht nur kennenlernten, sondern ihr mit eigenen Zeichnungen, Bildideen und Perspektiven eine neue Form gaben. So wurde aus dem Zuhören eigenes Handeln – und aus einer Lebensgeschichte ein kreativer Beitrag gegen das Vergessen.
Weitere Eindrücke von der Vernissage und der Ausstellung gibt es im Instagram-Beitrag zum Projekt.